top of page
Suche

Essbare Magnolienblüten?

Magnolienblüten sind tatsächlich essbar und man kann sie verschieden verarbeiten. Das war mir jahrelang nicht bewusst. Ich hab die alljährliche und viel zu kurze Blütenwucht der Magnolienbäume bestaunt und bedauert, wenn ein starker Regen das ganze Blütenfeuerwerk binnen wenigen Stunden "ausgelöscht" hat.


Mittlerweile kann ich die Blüte jedoch kaum erwarten ;-) Denn meine Küchenalchemie-Experimente mit der Magnolie stecken eigentlich noch in den Kinderschuhen.


Es gibt viel zu entdecken!




Magnolien-Salz

Die Farbe, welche die Magnolienblüten beim Salz hinterlassen ist wunderschön. Geschmacklich überzeugt es mich weniger. Gepflückt werden die Blüten am Vormittag, nachdem diese von der Sonne abgetrocknet wurden und sie nicht mehr feucht sind. Am besten Blüten nehmen, welche sich erst gerade geöffnet haben.


  • Magnolienblütenblätter

  • Meersalz

  • Mörser

  • Backblech mit Backpapier

  • Behälter zur Aufbewahrung


Magnolienblütenblätter abziehen und bei Bedarf trocken säubern. Meistens sind sich sauber - aber ab und an hockt noch ein erboster Käfer in der Blüte. Magnolienblütenblätter in den Mörser legen, Meersalz dazu geben und das Ganze gut zerreiben. Die Masse gedeckt ein paar Stunden ziehen lassen, danach auf einem Backpapier ausstreichen. Ich trockne das Ganze bei 30 - 35 °C. Wer das im Backofen macht, sollte in die Tür eine Holzkelle klemmen, damit die Feuchtigkeit gut abziehen kann.


Anmerkung: Das Selbe geht auch mit Zucker.


Magnolien-Sirup

Mit dem Magnoliensirup lassen Getränke pimpen (Prosecco), normaler Sirup mit Wasser machen oder man kann ihn auch bei Kreationen bezüglich Süssspeisen verwenden. Mit Panna Cotta zum Beispiel oder als Dekorsirup über ein Eis. Das Vorgehen zum Sirup ist ähnlich wie beim Holunderblütensirup


  • Magnolienblütenblätter

  • Zucker

  • Wasser

  • optional etwas Zitronensäure oder Zitronenscheiben (Bio!)


Ca. 5 - 7 Magnolienblüten ernten und die grossen Blütenblätter abziehen und in eine Schüssel geben. Wer eh gerade eine angeschnittene Zitrone hat, kann noch 1-2 dünne Scheiben (ca. 3 mm) mit in die Schüssel legen. Das Ganze mit einem Liter kochendem Wasser übergiessen, abdecken und am besten über Nacht ziehen lassen.


Am nächsten Tag absieben und das aromatisierte Wasser mit 300 Gramm Zucker - und optional einem gestrichenen Espressolöffel Zitronensäure - ganz kurz aufkochen und danach ca. 10 - 15 Minuten unter Rühren köcheln lassen. Dann den noch heissen Sirup in saubere Flaschen abfüllen und schliessen.


Anmerkung: Wer die Haltbarkeit verlängern möchte und den Sirup lieber etwas dicker mag oder einfach zur rosaroten Zuckersirup möchte kann die Zuckermenge erhöhen und das Ganze länger köcheln lassen (ähnlich, wie wenn man Löwenzahnhonig macht).


Magnolienblüten-Tee

Magnolienblüten pflücken (ebenfalls frische und trockene Blüten), säubern, Blütenblätter abziehen und locker auf ein Trocknungssieb legen. Danach bei 30 - 35°C trocknen lassen.

Die Blätter kann man hauseigenen Teemischungen beigeben.


Magnolien-Hydrolat

Für das Hydrolat kann man getrocknete Blütenblätter, aber auch frische verwenden. Ich hatte bis dato keine Zeit, das Hydrolat zu machen, aber vielleicht hab ich mal genug getrocknete Blütenblätter in meinen grossen schwarzen Apothekergläsern. 1 grosses Apothekerglas ist ziemlich genau die Füllmenge, die ich für meinen "Kamin" an Material benötige.


Ich destilliere mit einer Kupferdestille mit 2 Litern Fassungsvermögen. Dabei verwende ich maximal Trockenware, die maximal von 2 Saisons ist und nicht älter. Also diesjährige und letztjährige Blätter, Blüten oder was auch immer.


Wenn man den Duft vom Magnolienhydrolat mag, kann man damit die frische Wäsche einsprayen, es als Body-Erfrischungsspray im Sommer verwenden (Achtung - bei solchen Verwendungen danach nicht gleich in die pralle Sonne! Wer empfindliche Haut hat versucht das mit der gebührenden Vorsicht, wie immer).


Man kann das Hydrolat auch als Tonic für die Gesichtsreinigung verwenden. Ich nehme für Hydrolate, die ich als Tonic verwende immer eine dunkle(!) Sprayflasche. Ich feuchte einen Wattenpad (oder die nachhaltige Alternative - Flanellpads) ein wenig mit Wasser an und spraye dann 5 - 7 Stösse vom Hydrolat auf den Pad. Danach reinige ich damit das Gesicht. Magnolienhydrolat hab ich bis dato noch nicht verwendet, es soll aber gute Eigenschaften haben. Ich selber bin noch am Verbrauchen des Hamamelishydrolat (Zaubernuss), das ich wirklich liebe - auch wenn der "Duft" etwas gewöhnungsbedürftig ist... finde ich. Meine Haut findet es auf jeden Fall toll.


Blütenlikör & Blütenessig mit Magnolienblüten

Meine Küchenalchemie bringt auch immer mal wieder den einen oder anderen lustigen Likör hin. Beim Blütenlikör kann man ähnlich wie beim "Jahressalz" leckere essbare Blüten durchs Gartenjahr verwenden und kriegt jedes Mal andere "Töne" rein. Das funktioniert bestens mit einem grossen Bügelvorratsglas (mit dichter Gummidichtung!). Ich fülle dieses immer bis 2/3 mit Wodka (für den Likör) oder Weissweinessig (für den Blütenessig) und schichte immer mal wieder neue Blüten rein.


In den Likör kommen süssliche Blüten oder jene, die eine gute Farbe geben. Was immer rein muss sind Holunderblüten :D Aber der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ich deponiere das Glas in einem dunklen Schrank und schwenke alle paar Tage das Glas und gebe neue Blüten hinzu. Beim Auffüllen mit den Blüten achte ich darauf, dass alles immer mit Wodka bedeckt ist. Wenn die letzten Blüten drin sind, lass ich das Ganze nochmals 12 - 20 Wochen ziehen. Danach wird abgeseiht und in saubere Flaschen abgefüllt. Ich werfe dann in jede der Flaschen noch ein paar Stücke von weissem Kandiszucker und lasse das Ganze nochmals ein paar Wochen im dunklen Keller ziehen.


Beim Essig gehe ich gleich vor wie beim Likör bezüglich dunkler Schrank und hinzufügen von Blüten. Beim Essig verwende ich vor allem Blüten vom Kapuzinerkresse, Schnittknoblauch, Knoblauch, Fenchel - und Dillblüten. Auch hier fülle ich nach der Ruhezeit in saubere Flaschen ab und stelle sie in den dunklen Keller.


Die Haltbarkeit vom Blüten-Likör und -Essig ist davon abhängig wie sauber man gearbeitet hat. Wie bei allem, was man konserviert. Bei mir ist bis jetzt alles vorher weg gekommen, bevor es schlecht war. 2-3 Jahre ab der Abfüllung können das schon mal werden. MIr ist noch nie was "gekippt", dass es nicht mehr gut war. Trotzdem gebe ich hier keine Haltbarkeit an, weil es wirklich auf die Hygiene, Aufbewahrungsort und das verwendete Material ankommt.


Anmerkung: mit dem Blütenessig - falls er denn einen tollen Gusto hergibt - kann man auch gut Blütensenf ansetzen. Dabei für den Senf statt normaler Weinessig, den Blütenessig verwenden und zum Schluss noch ein paar von den getrocknete essbaren Blüten als Farbtupfer dazu geben. Am besten von den selben Blütensorten, wie ihr für den Essig verwendet habt (aber nicht die aus dem Essig!) ;-)




So, das wars vorerst. Vielleicht versuche ich auch mal das mit dem Rohessen oder dem Frittieren - aber heute und morgen nicht ;-) Hoffe ich konnte Dich ein bisschen inspirieren und du machst dich auch auf Entdeckungsreise, wozu die Magnolienblüten alles verwendet werden können.






9 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Comments


Commenting has been turned off.
bottom of page