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Winterfeste Gartenkeramik - was darf draussen bleiben und was muss in den Keller?

  • Autorenbild: baloulaleica
    baloulaleica
  • 2. Dez. 2023
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Jan.

Die ewige Gretchenfrage: übersteht die Gartenkeramik den Winter oder kriegt sie neben Patina auch Risse? Was macht die Winterfestigkeit aus, worauf muss man achten, damit an den Schmuckstücken keine Schäden entstehen? Was tun, damit das Frühlingserwachen nicht im Scherbenhaufen endet?

Gartenkeramik - Mein Erstlingswerk, der kleine Stabvogel

Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, es gibt keine Garantie, dass Keramik durch den Winter unbeschadet übersteht. Selbst wenn sie es eigentlich geschafft hätte, kann ein fehlgeleiteter, herzhaft gut gepresster Schneeball der liebevoll geformten Dekoration den Garaus machen.


Trotzdem habe ich beschlossen, einige Teile im Garten zu lassen und zu sehen was passiert. Meine Kräuterschild-Prototypen und die Baumpilze bleiben draussen und sind der Witterung ausgesetzt. Bei meinem Erstlingswerk, dem kleinen Stabvogel, bin ich nicht ganz so mutig. Der kommt in die "Überwinterungsecke" unters Dach. Möglichst weit weg von von Wasser, dem Einflussbereich von Hundetobplätzen und Schneeballzonen ;-)


Wenn du sicher gehen willst, dass deine Keramikobjekte im Garten sicher durch den Winter kommen, habe ich hier einige Punkte zusammengestellt, die du in Punkto "winterfeste Gartenkeramik" beachten solltest.


Winterfeste Gartenkeramik - der 3-Sekunden-Check: Muss das rein?

Bist du unsicher bei einem bestimmten Stück? Geh diese kurze Liste durch. Wenn du einen dieser Punkte mit "Ja" beantwortest, solltest du die Keramik lieber in den Keller oder unters Dach holen:

  • Sammelt sich Wasser? Hat das Objekt Schalen, Mulden oder Ränder, in denen Wasser stehen bleiben kann (z. B. Vogeltränken)?

  • Ist die Form filigran? Hat es dünne Flügel, abstehende Ohren oder feine Details, die bei Eisdruck sofort abbrechen könnten?

  • Ist das Material porös? Ist es niedrig gebrannte Terrakotta oder Ton, der sich "rauh" und saugfähig anfühlt?

  • Gefährliche Aufhängung? Hängt es an einer Schnur, die sich mit Wasser vollsaugen und gefrieren kann?


Warum kann Keramik im Winter kaputt geht


Feindbild Nr.1 für Keramik: Wasser & Frost. Je nach Tonart liegt die prozentuale Wasseraufnahme selbst nach dem Brand auf der höchstmöglichen Temperatur des jeweiligen Tons noch beispielsweise auf 10 %. Das heisst, der gebrannte Ton kann noch sehr viel Wasser aufnehmen und im Inneren speichern. Das Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus und die "Zerstörung" nimmt ihren Lauf.


Steht ein Objekt, das eine hohe Wasseraufnahme hat, draussen im Regen und die Nacht wird frostig kalt, so dass das Wasser gefriert, kann man praktisch beim "Knacken" zuhören... natürlich kann man mit Glasuren der Gefahr Einhalt gebieten - aber das müsste dann ein "Rundumschutz" sein. Ehrlich gesagt hab ich noch nie ein Werk gesehen, wo es keine unglasierte Stelle gab.


Als Faustregel zur Vermeidung der Gefahr durch Wasseraufnahme gilt: Der Ton darf nach dem Brand weniger als 2 % Wasser aufnehmen. Damit ist die Gefahr des Vollsaugens und von Innen heraus "knacken" praktisch gebannt.


Die Glasur ist ein zusätzlicher "Schutzfilm", wenn sie geschlossen und dicht ist. Unterglasur zählt nicht dazu - es sei denn, man hat noch darüber glasiert.


Objekte, die man aufhängt, in Stehlen arrangiert oder auf einen Stab stellt, haben Löcher und das Innere ist meist "roher" Ton und nur aussen glasiert. Das bedeutet, dass das Wasser durch die Öffnungen eindringen kann. Hängt man Gegenstände mit Schnüren auf, die sich mit Wasser vollsaugen können, quellen diese beim Einfrieren zusätzlich auf. Wenn das Loch, durch das sie gefädelt sind, knapp bemessen ist, wird die Schnur selbst zur Gefahr und kann die Öffnung "sprengen". Die selbe Problematik kann sich bei Holzstäben passieren, wenn das Holz dazu neigt sich vollzusaugen.


Wenn man sämtliche bis jetzt genannten Punkte ausschliessen kann und das Objekt nicht in einer Wasserschale oder Pfütze steht, siehts nicht schlecht aus bezüglich Winterfestigkeit.


Aber wie ist das Keramikobjekt aufgebaut? Gibt es Rillen, Dellen, Kanten oder kleine "Becken", wo sich das Wasser sammeln kann? Das ist nicht grundsätzlich ein Problem - gibt es jedoch einen regelrechten Temperatursturz und das Wasser gefriert richtig schnell, dann kann das auch einer glasierten Keramik mit einer Wasseraufnahme unter 2 %, ohne Aufhängung oder Stab gefährlich werden.


Feindbild Nr. 2 für Gartenkeramik: Wind. Ob aufgestellt, aufgespiesst oder aufgehängt. Man sollte darauf achten, dass die Befestigung sturmsicher ist. Vor allem fiese Böen können Keramikobjekten ohne sicheren "Stand" übel zusetzen. Hängt ein Windspiel trotz dem Namen nicht unbedingt voll raus in die windigste Ecke - sonst wird aus dem Windspiel schnell ein Trauerspiel. Wer wie ich gerne Bäume behängt: Abstand halten! Achte darauf, dass sich die Objekte bei heftigen Wind nicht gegenseitig zerstören oder in dicke Äste knallen.


Der Trick mit dem Schlauch gegen gescheuerte Rinde & gerissene Schnüre


Wenn du Schnur nimmst, die durch das ewige Schaukeln sich selber und den Ast aufscheuern kann, hab ich dir einen Tipp: Holt einen durchsichtigen, farblosen Luftschlauch und fädel den Draht oder die Schnur da durch. Der Schlauch sollte so lang sein, dass er die ganze Strecke um den Ast "schont".


Schlauchtipp kurz & knackig:

Hol dir einen durchsichtigen, farblosen Luftschlauch (aus dem Baumarkt oder Aquarienbedarf). Fädle deinen Draht oder die Aufhängeschnur durch diesen Schlauch.


  • Der Schlauch schützt den Ast vor Verletzungen und Pilzbefall.

  • Er verhindert, dass die Schnur durch Reibung reisst.

  • Er verhindert, dass Draht in den Ast einwächst.


Ich hänge meine Objekte mit Drahtschnur auf. Würde ich diese "nackt" aufhängen, könnte sie sich in die Rinde scheuern. Wenn der Baum die Kraft hat - und sich darin keine Schädlinge und Pilze ansiedeln - wird er die Wunde selber schliessen. Das heisst, die Aufhängung wächst ein. Das wäre dann zwar "sturmsicher". - verunmöglicht aber ein einfaches Ab- und Umhängen. Ausserdem ist es eine Gefahr für den Baum. Viele Schädlinge warten nur darauf "offene Wunden" zu besiedeln.


Der "Schlauch-Hack" kann auch bei der Aufhängung an anderen Orten sinnvoll sein. Stichwort "Rost" oder Kratzer.


Fazit: Mut zur Lücke (und zum Risiko) punkto frostharter Keramik

Das waren meine 2 wichtigsten Punkte, die ich bei Gartenkeramik beachte, wenn ich sie voll dem Wetter aussetzen will. Alles andere wie fliegende Bälle, spielende Kinder, tobende Haustiere oder wilde Gartengäste, ist unabhängig von der Jahreszeit.


Nur einen Faktor, der nicht in den Winter gehört, möchte ich noch erwähnen: Hagel. Gartenkeramik ist nicht aus Zucker und hält wirklich einiges aus. Sofern die Form und Verzierung nicht zu filigran sind.


Entschärfen lässt sich das mit der Platzierung. Im Schutz von Bäumen und Sträuchern ist die Gefahr geringer, dass das Objekt die volle Breitseite vom Hagel abkriegt. Wenn man darauf achtet, dass das Teil nicht gerade auf der exponierten Wetterseite steht oder hängt ...ja dann.... könnte nur noch Murphy's Law greifen ;-) Oder?


Ich hoffe die Tipps helfen - und jetzt viel Freude & Spass mit deiner Gartenkeramik!



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