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Fresh Runner Beans

Naschgarten-Pflanzen

... approved ;-)

Ich liebe frisches Gemüse und vor allem alles, was ich gleich ohne kochen essen kann. Da ich ca. 80 Prozent meiner Gartenjahre auf Balkonen verbracht habe, bin ich vor allem auf Gemüse fokussiert, welches im Topf gedeiht, anspruchslos und robust ist. 

Kleine "Pocket-Gardens" oder eben Balkongärten können richtig kleine "Anbaugebiete" sein. In Töpfen und Trögen kommt soviel gut und lecker - und was ich vor allem sehr geschätzt habe: kein Schneckenfrass. Nun finde ich heraus, was alles wie gut in Hoch- und Rahmenbeeten kommt , habe aber auch immer noch einen Balkon. Dieser kriegt viel Sonne ab und darauf gedeihen nur wahre Sonnenanbeter, die auch mit der Hitze vom Betonboden und der Abwärme der Wände keine Problem haben. Ich portraitiere Pflanzen, die bei mir gut kommen und zum Standard-Repertoire gehört. Quasi "naschgärtli-approved" ;-)

Wildtomaten für den Naschgarten auf dem Balkon

Wildtomaten - Lycopersicon pimpinellifolium

Geeignet für
Topf, Hochbeet 
 

Aussaat
Aussaat im Haus im März

Wuchs
oberirdisch, Buschig
 

Standort

sonnig

Wasserbedarf

Normal bis erhöht

Nahrung / Dünger
Starkzehrer

Geschmack

leckere, süsse Tomaten

Essen

Roh frisch ab Strauch

In Salaten
gekocht 


Konservieren

Tomatensauce damit zu machen wäre nicht so ergiebig und auch schade. Konservieren geht trotzdem. Mit Basilikum und Essigsud.

Wildtomaten sind pflegeleicht - ich hatte noch nie Tomatenfäule und Regen wie Kälte stecken die knallhart weg. Letztes Jahr hab ich die letzten im November (!) geerntet. Die Setzlinge habe ich in ein 50:50 Mix von Erde und Kompost gepflanzt und nah 4 Wochen Langzeitdünger oben eingearbeitet. Ausgeizen braucht man nicht, nur giessen und naschen. à propos naschen: Damit nicht immer gleich alle reifen Tomate direkt im Mund landen, habe ich sogenannte "Naschtomaten-Töpfe" - da darf man jederzeit ran und andere. Die Anderen sind für kulinarische Köstlichkeiten und den Vorrat gedacht. Die kleinen Wilden gedeihen übrigens problemlos an der prallen Sonne mit Hauswand im Rücken, wie auch im geschützten Halbschatten. Im Halbschatten habe ich das Gefühl, dass der Ertrag nicht ganz so üppig ausfällt - aber es ist immer noch mehr wie genug. An der prallen Sonne, benötigen sie etwas mehr Wasser, trotzdem sollte man es nicht übertreiben - sonst könnte das mit der Fäule aufgrund der Sumpfzone im Topf passieren - und davor ist dann selbst die kleine Wildtomate nicht gefeiht.... Auf dem Bild sind die roten und gelben Wildtomaten, die länglich Gelbe ist die Tomate Artisan "Green Tiger", welche ich ebenfalls wärmstens empfehlen kann (sehr schlanker und gesunder Wuchs) und die fast schwarze Tomate, die "Indigo Rose".

gurken_marketmore.jpg

Gurke «Marketmore» - Cucumis sativus

Geeignet für
Topf, Hochbeet und Beet
 

Aussaat
Geschützt ab April

Wuchs
oberirdisch, Kletterpflanze

Standort

halbschattig

Wasserbedarf

hoch

Nahrung / Dünger

Starkzehrer

Geschmack

feine, bitterfreie Gurke

Essen

Roh frisch ab Strauch

als Salatzutat

Geschmort


Konservieren

Einmachen 

Mit der Gurke Marketmore habe ich auf Balkonien begonnen und war von Anfang an begeistert über die Wuchsfreudigkeit und die reiche Ernte. Ich säe die Pflanzen ab April in recht grossen Anzuchttöpfen (die man gleich mitpflanzen kann) an. Der Gurkensetzling wird nicht gerne pickiert und nimmt das recht übel. Daher kommen pro Topf 2 Samen rein. Mindestens einer wird keimen. Nach den Eisheiligen kommen die Setzlinge nach draussen. Pro Topf 1-2 Pflanzen und ein Rankgerüst drüber. Beim Rankgerüst empfehle ich ein "Obelisk" aus Metall mit 3 - 4 langen spiessen. So ist alles stabil und kann bei Frostalarm oder Hagelalarm jederzeit mit einem Schutz problemlos gedeckt werden. Einmal draussen und an der Sonne (ich habe sie im Halbschatten), benötigt die Gurke gut Wasser und Pflanzenstärkung / Dünger. Wenn sie ab und an eine Schachtelhalmdusche kriegt, trotzt sie auch gut dem Mehltau. Kommt der Mehltau doch mal, dann ein Milch-Wassergemisch (Rohmilch oder Vollmilch) dagegen spritzen. Die Gurke könnte man auch in ein Mischkulturbeet setzen - ich hab sie lieber im Topf. Übrigens: Die weissen Punkte sind kleine "Stacheln" - darum nenn ich die Pflanzen einfach Spicky ;-) Diese lassen sich übrigens von Hand gut abreiben, dann sind sie handzahm. Am meisten freue ich mich auf die Marketmore, weil ein Grossteil davon eingemacht wird. So bereichert die Gurke bis zur nächsten Ernte in der sauren Version unsere Raclettes, Tartaresaucen, Sandwiches und Thunfischsalate.

naschgarten-luftradieschen-rattenschwanzrettich-2000x1080.jpg

Luftradieschen - Raphanus sativus

Geeignet für
Topf, Hochbeet und Beet
 

Aussaat
Direktaussaat im März

Wuchs
oberirdisch, Buschig

 

Standort

sonnig

Wasserbedarf

Normal

Nahrung / Dünger
Mittelzehrer

Geschmack

wie Radieschen

Essen

Roh frisch ab Strauch

als Wokgemüse

in Eintöpfen


Konservieren

Einfrieren (nach Blanchieren)

Einmachen (Achtung: Schoten aufschneiden, sonst schwimmt alles oben auf)

Eine echte Alternative zu Radieschen - die mir bis dato nie zufriedenstellend gelungen sind - und weissem Rettich. Eigentlich ist mir das Gemüse wegen seinem Namen im Saatgutshop aufgefallen: Rattenschwanzrettich. Die Luftradieschen lassen sich gut im Topf ziehen und pflegen. Ich hab die Pflanzen in einem Viertel des einen Hochbeets angesät - ca. 120 cm x 50 cm standen zur Verfügung. Im Rest des Beetes sind Salbei, Minikiwi, Winterhecken- und Luftzwiebeln, Dill und Kapuzinerkresse.  Der Start war etwas mühsam. Erst hat der Hagel die Jungpflanzen malträtiert, danach sind die Rapsglanzkäfer über die noch geschlossenen Blüten hergefallen. Ich hatte die Dinger bereits abgeschrieben, aber glücklicherweise keine Zeit gefunden, das Beet zu räumen. Die Pflanzen haben sich von allem erholt. ​Auf dem kleinen Platz konnte ich über 7 Kilo ernten. Die Ernte hab ich gestaffelt gemacht. Immer wenn genug Schoten wieder erntereif waren, wurde abgelesen. Die Schoten lassen sich gut vom Stengel knipsen und brechen wie von selber ab. Älteres Schoten können zur Spitze hin etwas holzig werden. Fürs Einfrieren schneide ich diese daher vorher ab. Ungefähr 2 Kilo habe ich in der Nachbarschaft und auf Arbeit verteilt. Kam gut an. Frei nach dem Motto "ist sie zu stark....." ;-)

japan-weinbeere.jpg

Japanische Weinbeere - Rubus phoenicolasius

Geeignet für
Topf, Wildhecke, Zäune, Beet
 

Wuchs
Bogig, überhängend

 

Standort

sonnig - halbschattig

Wasserbedarf

Normal

Nahrung / Dünger
Mittelzehrer

Geschmack

süss-sauer

Essen

Roh frisch ab Strauch

in Desserts

Gebäck (Beerenmuffins)


Konservieren

Einfrieren

Einmachen

Marmelade

Die japanische Weinbeere habe ich vor vielen Jahren entdeckt. Damals habe ich sie in meinem Beerengarten in den Boden gepflanzt. Die Pflanze ist ausgesprochen robust und nicht anfällig für Krankheiten und Schädlinge wie z.B. der Himbeere. Bis heute musste ich bei einer japanischen Weinbeere noch nie Pflanzenschutz einsetzen. Heute habe ich eine Pflanze in einem grossen Topf. Als Unterpflanzung habe ich einen kriechenden Thymian gewählt, der dafür sorgt, dass die Erde im Sommer nicht zu schnell austrocknet. Wenn Platz für ein Spalier ist oder man die Pflanze ins Eck von einem Balkon stellen kann, wo sie über die Brüstung wachsen kann, dann passt sie auch auf einen Balkon. Aber druch ihre feinen Stacheln und den wilden Wuchs benötigt sie etwas Platz. Sprich auf einem wirklich kleinen Balkon ist sie weniger zu empfehlen. Die leuchtend roten Früchte fühlen sich leicht klebrig an, wenn man sie pflückt. Nicht irritieren lassen und ab in den Mund. Das tolle süss-saure Aroma lässt die Geschmacksknospen explodieren. Ich mag die Beere am liebsten frisch. Die Marmeladen werden auch nicht schlecht - aber ich persönlich finde, dass der Zucker den speziellen Geschmack beeinträchtigt. Als Bestandteil von roter Grütze zum Einmachen ist sie eine gute Ergänzung zu den restlichen Beeren. Und Einfrieren geht immer - als Eiswürfelfüllung macht sie eine sehr gute Figur im sommerlichen Drink ;-)

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